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INSCHRIFTEN: Deckelplatte: Deckelseite links: Deckelseite rechts: Kopfteil: Fußteil:
Wappen von Dincklage; an der Deckelplatte: Totenkopf vor gekreuztem Gebein; an den Kanten: Metallbeschläge (illusionistisch); am Korpus: Löwenköpfe; über die gesamten Schauflächen: Sterne.
Von den erhaltenen Särgen der Familie von Stockhausen weist der Übersarg der Agnesa Beata die prächtigsten Verzierungen auf. Den schwarzen Untergrund überziehen Wappen, Inschriften, Symbole und Dekormotive in kräftigen, durch Silber und Gold akzentuierten Tönen. Leider sind die reich verwendeten Lüsterfarben, etwa bei den illusionistisch aufgemalten Metallbeschlägen, nur noch in Resten vorhanden, so daß sich der ursprüngliche Eindruck lediglich erahnen läßt. Abweichend von den späteren Stockhausen-Särgen prangt an Kopf- und Fußteil ausschließlich das Wappen derer von Dincklage, ergänzt um Hinweise auf Person und Stand des Elternpaares der Verstorbenen. Auf der Deckelplatte befinden sich, wie dies bei den Särgen ab 1754 wiederkehrt, die Angaben zur Verstorbenen selbst, hier ergänzt um die Textgrundlage für die Leichenpredigt sowie einen ehemals silbrig glänzenden Totenschädel vor gekreuztem Gebein. Dieser Kopf leitet sich sicherlich von einem weit verbreiteten Bildmotiv auf Sargdeckeln her, nämlich der Darstellung des Gekreuzigten auf der Schädelstätte. Unter Verzicht auf das Kruzifix wird hier der vanitäre Aspekt betont; zugleich ist die Auferstehungshoffnung vom Bildsymbol des Kreuzes auf den Aussagegehalt des Wortes verlagert. Mit den sechs aufgemahlten Löwenköpfen unter den Eisengriffen wird ein geläufiges Motiv aufgegriffen. Ungewöhnlich ist dagegen das Sternendekor, das in dunklem Grau die gesamten Schauflächen des Sargs überzieht. Zum einen spielt es auf den Himmel als erdachte Heimstatt der Verstorbenen an. Zum anderen mag es auch im Zusammenhang mit der damals üblichen nächtlichen Bestattungszeit gewählt worden sein. So weist etwa in zeitgleichen englischen "funeral tickets" das Sternenmotiv auf die Nachtstunde des Leichenzugs hin. Der repräsentative Übersarg stand wohl ursprünglich im Chorraum der Kirche und gelangte mit dem Ankauf des Erbbegräbnisses 1696 in die Sakristei. |