In seiner äußeren Gestalt folgt das kleine Särglein der strengen, seit dem Mittelalter üblichen Form. Typisch dafür sind der fünfeckige Querschnitt des Sarges und die starke Verjüngung zum Fußende hin. Als neueres Element in der Sargform ist lediglich die breite Deckelleiste anzusehen. Das Särglein ist insgesamt außen wie innen schwarz gefaßt, religiöse Symbole, wie sie auf vergleichbaren Stücken an Kopf- und/oder Fußende bisweilen zu beobachten sind, fehlen. Der aufliegende Deckel ist an zwei Punkten mit Drahtschlaufen, die durch kleine Ösen geführt sind ("Scharniere"), mit dem Corpus verbunden und wird seitlich aufgeklappt.

Im Inneren des Sarges ruht auf einem eingeklebten Stück Leinen ein grob und kantig geschnitzter skelettierter Leichnam, der durchweg grünlich, teils rotbraun gefaßt ist. Unter dem Kopf und im Beckenbereich liegen getrocknete Pflanzen. Dazwischen sind Würmer und Maden, ebenfalls aus Holz geschnitzt, zu sehen und neben dem rechten Unterschenkel des Skeletts eine grün-braune Ratte. Das Innere des Sarges besitzt also einen ausgesprochen morbiden Charakter und schildert den Verwesungsprozeß. Sowohl der Klappmechanismus des Deckels als auch die eindrucksvolle Inneneinrichtung des Särgleins belegen, daß es zur Betrachtung und Meditation des Todes gedacht war. Man nennt deshalb solche Gegenstände "Betrachtungssärglein", mundartlich gebräuchlich sind aber auch "Tischsargl" oder schlicht "Sargl".

Hersteller von Sarg und Skelett waren vermutlich nicht identisch. So paßt das geschnitzte Skelett der Länge nach nicht exakt in den Sarg, so daß am Kopfbrett eine nachträgliche Vertiefung vorgenommen werden mußte.

Wie wir aus anderen Quellen wissen, wurden die Skelette in Heimarbeit geschnitzt und dann in die angelieferten Särglein gebettet. Der Vertrieb erfolgte durch Hausierer und wandernde Händler, und der Absatzmarkt lag vorwiegend in ländlichen Gebieten, wie auch die meisten erhaltenen Betrachtungssärglein aus dem Alpenraum, vorwiegend aus Tirol stammen. Eine Datierung aufgrund des Objektes allein ist schwierig, doch wird allgemein die barocke Frömmigkeit, die in besonderer Weise zu drastischen Ausdrucksweisen neigte, vorausgesetzt.