Der hexagonale Grundriß des Sarges mit dem gerundeten Fußende entspricht den Sargformen, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert vorzugsweise in Frankreich und England gebräuchlich waren. Flach ist der Deckel, der etwa in der Mitte mit Hilfe von Messingscharnieren aufgeklappt werden kann. Somit diente die sargähnliche Lackdose als Schnupftabakdose. Bemerkenswert ist die schwarzgrundige Lackmalerei: sie zeigt auf der Deckelseite den sitzenden Napoleon, ihm gegenüber den Knochenmann auf einer Trauerweide, am Fußende eine Sanduhr mit Flügeln. Ob die sargähnliche Dose eher als Souvenir oder als Memento-mori-Särglein zu interpretieren ist, läßt sich nur schwer entscheiden. Napoleon wurde einerseits als politisches und militärisches Genie verehrt, aber auch als kriegswütiger Demagoge verachtet. Immerhin bot sein Schicksal Anlaß genug, über den Sinn von Leben und Tod nachzudenken, Gedanken, die sich dem Benutzer der Dose bei jeder Prise sichtbar aufdrängten.