Napoleon

"Hausaltärchen" (Triptychon)
für Napoleon und seine Generäle
Miniaturmalerei auf Elfenbein,
19. Jh.

Ziertasse auf Löwentatzen

mit der Darstellung eines Offiziersbegräbnisses
Porzellan, ungemarkt, 19. Jh.

Löwe

Denkmalentwurf von Karl Friedrich
Schinkel
Anfang 19. Jh., Kopie

 

Begleittext

 

Die Erinnerung an Personen und Ereignisse spielt auch im kollektiven Gedenken eine wichtige, ja häufig politische Rolle. Allein die Tatsache, daß Denkmäler geschändet und zerstört wurden und werden, beweist die ihnen innewohnende Kraft. Großdenkmale in der Öffentlichkeit sind gesellschaftliche, politische und dogmatische Äußerungen der jeweils Herrschenden. Staatsgründer und -lenker, geistige und geistliche Größen gaben Anlaß zu Denkmalsetzungen. Wie sehr vor allem im 19. Jahrhundert der Denkmalgedanke die deutsche Nation bewegt hat, zeigen die ungezählten Repliken im Nippesformat, passend für Schreibtisch und Kommode.

Der schwierige und manchmal leidvolle Umgang mit Denkmälern des Nationalsozialismus und des Kommunismus verdeutlicht, daß heute noch die alten Mechanismen greifen. Indem man Denkmäler zerstört, glaubt man, Vergangenheit nicht nur auszulöschen, sondern gleichsam ungeschehen zu machen. Und auch unsere Zeit besitzt und errichtet ihre politischen Denkmale.

Zweifellos gehört die Erinnerung an Krieg, Gewaltherrschaft und Vernichtung zu den schwierigsten Formen des Gedenkens. Schlachten, Siege und Niederlagen wurden mit Denkmälern verewigt, und im Laufe des 19. Jahrhunderts gewinnt auch der Tod des Soldaten an Bedeutung. Mit den Floskeln "Für Kaiser, Gott und Vaterland" versuchte man, dem massenhaften Sterben einen Sinn abzuringen. Diese Ideologie fand ihren Ausdruck in den kolossalen Nationaldenkmalen des 19. Jahrhunderts ebenso wie in den privaten Reservistenbildern und Gefallenengedenken, die neben religiösen Motiven den bevorzugten Zimmerschmuck kleinbürgerlicher Wohnungen bildeten. In dieser Weise verarbeitete man auch die Katastrophe des Krieges von 1914/18, während sich die Spuren des Zweiten Weltkrieges nicht mehr in dieser trivialen Form bewältigen ließen. Eine standardisierte Bildform zum Kriegsgedenken, wie sie nach 1918 massenhaft verbreitet war, gab es nach 1945 nicht mehr.

 


 

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