Einleitung

Der Rottweiler Guller (Hahn) in seiner heutigen Form.

Der Korpus des alten Gullers besaß im Bauchbereich keine Federn. und auch die Beine des Schein-Reiters waren noch nicht aufgesetzt.

Der Guller erregt in der Straßenfasnacht großes Aufsehen, da er fast pausenlos das weibliche Publikum attakiert und bedrängt und dabei wahre Begeisterungsstürme weckt.
Seit langem trägt der Guller einen "Berliner" als Futter im Schnabel.

Im Stadtmuseum Rottweil befindet sich der Vorgänger des heute agierenden Gullers. Die eindrucksvolle Hahnenlarve wurde kurz nach 1900 vom Rottweiler Bildhauer German Burry (1853-1933) geschnitzt.

In der Rottweiler Fasnacht ist der Guller eine Einzelfigur deren Entstehung nicht datierbar ist. Aus der mündlichen Überlieferung heraus ist sein Auftreten bereits für die erste Hälfte des 19. Jh. belegt. Sein Name "Schiermaiers Guller" erinnert sowohl an den einstigen Beruf "Scheuermaiers", zur Reichsstadtzeit, als auch an die fasnachtliche Voksjustiz im Elsaß, wo sich schon um 1500 die "Schöffen des Schirmaiers" mit der Bestrafung von Ehemännern befaßten, die ohne sich zu wehren von ihren Frauen betrogen und geschlagen wurden.